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Bildung beginnt bereits im Kindergarten.
Doch wie bildet sich Bildung? Was ist Bildung überhaupt? Emotionale Bildung? Ästhetische Bildung? Wertebildung? Sinnesbildung? Wissensbildung?
Wissensbildung alleine macht uns Menschen nicht zufrieden und glücklich. Wir benötigen die emotionale und ästhetische Bildung genauso wie die Wertebildung. Nun stellt sich die zweite Frage in den Raum. Wann beginnt diese Bildung und wie bildet sich? Was bildet uns Menschen?
Das Schöne bewundern,
das Wahre behüten,
das Edle verehren,
das Gute beschließen.
Es führet den Menschen,
im Leben zu Zielen,
im Handeln zum Rechten,
im Fühlen zum Frieden,
im Denken zum Lichte.
Und lehrt ihn vertrauen,
auf göttliches Walten,
auf alles was ist.
Im Weltenall
im Seelengrund.
Rudolf Steiner
Wir sind überzeugt: Der Kindergarten ist die Oberstufe. Denn hier bildet sich das Fundament und dadurch wiederum Ressourcen.
Wir bilden nicht über den Kopf, sondern über das Erleben und Wahrnehmen. Wir geben Sicherheit und Vertrauen durch tägliche Rituale und lange Wiederholungen. Wir schulen Rhythmus- und Körpergefühl durch Tanz und Gesang. Wir festigen spielerisch die Wahrnehmungskräfte und legen Wert auf die nonverbale Sprache -- zuerst liebevolles Berühren und dann Worte. Wir leben Konfliktkultur.
Wir beherzigen die antroposophische Menschenkunde. Unter anderem geht diese von zwölf Sinnen aus, die im Laufe von 21 Jahren gebildet und entwickelt werden. Im ersten Jahrsiebt wird der Bewegungssinn, der Gleichgewichtssinn, der Tastsinn sowie der Lebenssinn – das Urvertrauen gebildet. All dies bekommt ein Kind im Waldkindergarten geradezu geschenkt.

Wir wollen Konsum und Materialismus entgegenwirken und erschaffen unser Spielzeug in der Regel selbst oder kommen ohne Spielzeug aus. Dadurch wird der Blick der Kinder mehr auf ihre Spielpartner und -partnerinnen gerichtet. Das Soziale wird gebildet. Weiterhin fördert es die Kommunikation und Kreativität der Kinder. Der gemeinsame Beginn am Morgen, das gemeinsame Vesper und der gemeinsame Abschlusskreis fördert ebenso die soziale Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Gruppe. Zusätzlich lehrt unser Morgenkreis die wichtigste Kommunikationsregel: dem anderen zuhören und ihn aussprechen lassen.
Das hautnahe Erleben des Jahresrhythmus' und Jahreswechsels lässt die Kinder auf natürliche Weise Respekt/Ehrfurcht und Wertschätzung vor Natur, Mensch und Tier erlernen.
Die freie Bewegung fördert eine geschickte Koordination und ein gutes Körpergefühl. Somit können Haltungsschäden oder Balanceschwierigkeiten erst gar nicht entstehen. Ebenso werden durch das Laufen und die freie Bewegung die Synapsen gebildet, welche die beiden Gehirnhälften verbinden. Sie sind die Voraussetzung für die Intelligenz. Nebenbei wird noch das Immunsystem gestärkt.
Unsere Pädagogik steht, kurz gesagt, für emotionale künstlerische Bildung, für Werte und Wissensbildung über Erleben und Wahrnehmen im Spiel.
Der Mensch ist nur dann ganz Mensch,
wenn er spielt.
Friedrich Schiller
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